
Sebastian Raab · Host & Honorarberater
Bank, BWL, Beratung — und irgendwann die Einsicht, dass Vermögen nur eine von vier Säulen ist. Ein paar Notizen zu Weg, Haltung und dem, was hinter WohlstandsDNA steckt.
Das musste ich selbst erst lernen. Anfang zwanzig hatte ich mir eine feste Vermögensmarke gesetzt – die eine Zahl, die ich erreichen wollte. Als es so weit war, blieb das erwartete Gefühl aus. Der Haken war gesetzt, aber innerlich hat es mich kaum berührt. Seitdem weiß ich: Geld ist ein Mittel, kein Ziel.
Angefangen hat alles in der Bank – Ausbildung, erste Jahre im Betrieb. Ziemlich schnell habe ich gemerkt, dass mir das Konstrukt dort nicht gefällt: welche Produkte an den Kunden gebracht werden, und warum. Das ließ sich mit meinem moralischen Kompass nicht vereinbaren. Also bin ich in etwas Menschlicheres gewechselt – näher an die Leute, in die direkte Zusammenarbeit.
Parallel habe ich BWL studiert, Schwerpunkt Entrepreneurship. Unternehmertum und der Freiheitsgedanke dahinter haben mich immer begeistert, da wollte ich tiefer rein. Beim Thema Finanzen, Geldanlage und Vermögensaufbau habe ich mich durchgehend weitergebildet – vor allem in Aktien und internationalen Kapitalanlagen, später auch Immobilien und digitale Assets.
Über diesen Weg bin ich zurück in die Finanzbranche gekommen – und immer wieder in dieselbe Situation: In der Anstellung stand ich zwischen mir, dem Arbeitgeber und dem Kunden. Ein Konflikt, den das System eingebaut hatte.
Daraus ist Klarwerk entstanden. Die Idee: Interessenkonflikte konsequent ausräumen – über ein Preismodell und einen Beratungsrahmen, der so wenig Konflikt wie möglich zulässt. Ehrlich gesagt: völlig konfliktfrei gibt es nicht, denn auch ich habe ein Interesse daran, gut zu beraten und damit Geld zu verdienen. Aber ich kann den Rahmen so bauen, dass mein Verdienst nicht davon abhängt, welches Produkt ich verkaufe. Honorar statt Provision, Fixpreis statt Prozentmodell. Und dahinter ein Ziel, das größer ist als mein Unternehmen: dass Honorarberatung in Deutschland endlich mehr Aufmerksamkeit bekommt.
Sport war bei mir immer da. Ich bin überzeugt: Körper und Geist gehören zusammen – ein klarer Kopf braucht einen fitten Körper. Und im Sport zählt für mich die Herausforderung, immer ein Stück besser zu werden. Erst Fußball und Tennis, dann Kunst- und Geräteturnen, heute das Rennrad – dazu das Studio nebenbei.
Aber der Körper ist nur eine Säule. Genauso wichtig sind Familie, Freunde, Gesundheit und der finanzielle Teil. Diese Säulen halbwegs in Balance zu halten, gelingt nicht immer – und das ist okay. Wichtig ist, es im Blick zu behalten und ehrlich zu reflektieren, wenn eine zu lange zu kurz kommt.
Genau das ist für mich Reichtum: keine Zahl auf dem Konto, sondern die Balance über all diese Säulen — und der Wille, sie immer wieder neu auszutarieren.
Mir geht es mit WohlstandsDNA nicht darum, den größten Podcast zu bauen. Ich will mich mit Menschen unterhalten, die ich interessant finde, die etwas zu erzählen haben – und bei denen es sich für andere lohnt, zuzuhören. Bisher waren es durchweg bereichernde Gespräche. Genau das will ich weiterführen.